„evas + adams“

22. August 2026 goral

Nacktheit und künstlerische Darstellung zwischen Mythos, Reiz, Pathetik und aktueller Gender-Debatte. Wie verhandelt bildende Kunst Nacktheit oder die Pose aktuell. Der Akt in der Kunst spiegelt symbolische Deutung, gesellschaftliche Realität, Rollenbilder und Schönheitsideale. Er erzählt immer eine Story über Äußeres und konfrontiert unser Inneres. Paradies und Tabu, Sünde und Scham, Prüderie und Nacktheit des Körpers ist Thema der Ausstellung mit dem Titel „evas + adams“ von Andi Goral in der Janik Gallery in Ammeldingen bei Neuerburg. Der Titel setzt bewusst die „evas“ an den Anfang.

Paradies Südeifel?

Hätte die Geschichte von Eva und Adam, der Schlange und dem Apfel nicht hier spielen können? Der Südeifel mit ihren Streuobstwiesen als ideales Paradies?

Was, wenn der wirkmächtige Mythos von Adam und Eva die Geschichte der Verführung genau andersherum erzählt worden wäre? Die Schlange flüstert Adam zu und dieser lässt Eva die Frucht kosten. Pulitzer Preisträger Stephen Greenblatt schreibt in seinem Buch „Die Geschichte von Adam und Eva“ über die Story aus der Genesis: „Alles Fiktion, sie könnte fiktiver nicht sein, die Erzählung schwelgt in den Freuden der Illusion“.

Das Zeichnen und Malen sowie Begreifen der nackten Figur ist für Künstlerinnen und Künstler essentiell. Heute gehört Aktzeichnen in den Kanon des akademischen Bildungsangebots. Aber was prägt unser Schönheitsideal, ausgehend von den prächtigen Darstellungen nackter Menschen etwa in den Gemälden der Renaissance, wenn wir wissen, dass zu jener Zeit die Künstlerinnen und Künstler ihr Bild vom nackten Menschen nur von römischen und griechischen Statuen kannten?

Aktzeichnen auf der Vernissage

Die Ausstellung räumt der Aktzeichnung Raum ein. Bei der Vernissage am 3. Oktober wird es zwei Sessions geben, in denen das Aktmodell Manfred zur Verfügung steht. Andi Goral wird live zeichnen, aber auch die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, beim Aktzeichnen Bleistift und Papier in die Hand zu nehmen und mitzuzeichnen. Bleistifte und Papier werden gestellt. Also, einfach einmal ausprobieren.

Im Mittelalter setzten Maler wie Lucas Cranach der Ältere oder Dürer Nacktheit in der Kunst über die Darstellung von „Adam und Eva“ ins Bild – also im mythologischen Kontext. In Griechenland stellten die Künstler die Götter, Heroen und Athleten nackt dar. In der Renaissance: Michelangelo malte die Figuren in der sixtinischen Kapelle nackt. Prüderie ließ sie an den entsprechenden Stellen übermalen und später wieder teilweise freilegen. Und das Studium des menschlichen Aktes: Erst im 19. Jahrhundert wurden an den Akademien weibliche Modelle zugelassen. Die Studien früherer Künstler erfolgten an der idealisierten Statue aus der Römer- und Griechenzeit. Paula Modersohn-Becker malte sich selbst nackt. Und heute? Nacktheit ist im Netz jederzeit verfügbar. Wir erleben zudem Freiheit und Debatte, ob und wie Kunst nackte Körper zeigen kann und wo Sexismus anfängt. Oder Menschen radeln nackt durch Städte wie Köln und Berlin.

Andi Goral zeigt in der Janik Gallery „evas + adams“ – Menschen. Nackt, bekleidet und posierend, einfach Nudes + Poses. Er hinterfragt Mythen und zeigt in seiner dekonstruierend expressionistischen Malweise Bilder des menschlichen Körpers und posierender Menschen.

„evas + adams“
Andi Goral zeigt Nudes + Poses in der Janik Gallery
3. bis 25. Oktober 2026

Herzliche Einladung zur Eröffnung
3. Oktober 2026 von 14 bis 18 Uhr
15.30 + 17 Uhr: zeichnen mit Modell

Janik Gallery
Brunnenstr. 11
54673 Ammeldingen bei Neuerburg
janikgallery.com

Andi Goral
lernte Zeichnen bei Peter Zeiler und studierte im Schwerpunkt Zeichnung, Malerei und Druckgrafik bei Prof. Georg Bernhard. Der menschliche Körper im Raum ist ein zentrales Sujet seines zeichnerischen und malerischen Werks.

Janik Gallery
Die Galerie befindet sich in einem ehemaligen Dorfschulhaus aus dem Jahr 1908. Dort, wo früher Kinder Lesen und Schreiben lernten, ist heute ein besonderer Ort für Kunst und Begegnung.
janikgallery.com

Individuelle Galeriebesuche mit Künstlerführung vom 4. bis 25.10.2026 nach Absprache: info@janikgallery.com

Hinweis für Besuchende
Die Ausstellung enthält Darstellungen von Nacktheit. Galerie und Künstler empfehlen, die Werke erst ab einem Alter von 16 Jahren zu betrachten. Bitte berücksichtigen Sie dies bei Ihrem Ausstellungsbesuch.