Das Liegebild "Anthropozän – Wasserbankrott" von Andi Goral
Werk von Andi Goral zum Thema "Wasser" ausgestellt im KunstForum Eifel

„Anthropozän – Wasserbankrott“

Liegebild-Skulkptur „Anthropozän – Wasserbankrott“

Vom 10. Mai bis 4. Juli 2026 zu sehen im KunstForumEifel im Rahmen der Ausstellung „Wasser“.
97 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde ist Salzwasser. Von den verbleibenden 3 Prozent Süsswasser sind nur 0,014 Prozent leicht erreichbar. Im Jahr 2019 erklärte das Weltwirtschaftsforum die Wasserknappheit und ihre Auswirkungen als die größte Gefahr des kommenden Jahrzehnts. Nachzulesen im „The Global Risks Report 2019“.  Im Januar sprechen die Vereinten Nationen im „Global Water Bankruptcy Report 2026“ von einem „Zeitalter des globalen Wasserbankrotts“. Der Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen in Kanada, Kaveh Madani stellt fest, dass viele Regionen über ihre hydrologischen Verhältnisse lebten. Die Hälfte der Menschheit sind mindestens einen Monat im Jahr schwerer Wasserknappheit ausgesetzt und weltweit gingen die Gletscher seit 1970 um 30 Prozent zurück.
— — —

Das Liegebild

Die Liegebild-Skulptur „Anthropozän – Wasserbankrott“ ist bunt und spielerisch angelegt. Besucherinnen und Besucher können sich darauf einschreiben. Das ist beabsichtigt. In der ersten Dimension führt uns die lockere Malweise die Sorglosigkeit im Umgang mit Wasser vor Augen. Wir wollen im Sommer baden, Trinkwasser ist immer ausreichend vorhanden und unsere Kühe stehen auf grünen Wiesen. Künstler:innen reinigen ihre Pinsel mit Farbresten, die Mikroplastik enthalten, im Waschbecken. Wenn die ersten Grundwasserschichten belastet sind, dann wird tiefer gebohrt.
In seiner zweiten Dimension zeigt die Liegebild-Skulptur die Auswirkungen des Rückgangs der Gletscher in den Alpen auf den Wasserhaushalt des Bodensees und des Rheins. Die Gletscher stabilisieren den Rheinpegel in den Sommermonaten durch den Zufluss ihres Schmelzwassers. Bereits in den Jahren 2018 und 2022 fiel der Rheinpegel dramatisch mit Auswirkungen für die Schifffahrt, die Ressource Trinkwasser etwa im Rheinland und die Tierwelt. Experten befürchten, dass diese Phasen länger und intensiver werden. Das Niedrigwasser 2018 und die Auswirkungen auf die Rheinschifffahrt führte in Gesamtdeutschland nach Berechnungen des IFW Kiel zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent.
Um eine Vorstellung zu erhalten, wie viel Trinkwasser die Menschheit benötigt, zieht die Liegebild-Skulptur den Vergleich zwischen Weltbevölkerung und der Empfehlung täglich rund 1,5 Liter Wasser zu sich zu nehmen. (Wobei dies mit Einschränkungen je nach Alter und Körpergewicht gilt.) Ausgehend von den 1,5 Litern würde die Wassermenge des Bodensees vier Tage ausreichen, um die Menschheit mit Trinkwasser zu versorgen.
— — —

Die Ausstellung „Wasser“ im KunstForumEifel

Die Ausstellung wird vom 10. Mai bis 4. Juli 2026 im KunstForumEifel gezeigt. Rund 70 Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der Themenausstellung. Das KunstForumEifel wählte als Jahresthema 2026 die vier Elemente – Urstoffe. Nach der Ausstellung „Feuer“ folgt nun der zweite Teil „Wasser“.
Die Öffnungszeiten
Freitag, Samstag, Sonntag jeweils 13 bis 18 Uhr
Auch nach Vereinbarung (Telefon 02445.911250 E-.M. Hermanns)
Eintritt: 2 Euro
Dreiborner Straße 22
53937 Schleiden
Mehr Informationen im Netz: www.kunstforumeifel-gemuend.de
— — —
Die Malerei "Anthropozän – Pyrozän" von Andi Goral aus dem Jahr 2026
Die Malerei "Anthropozän – Pyrozän" von Andi Goral aus dem Jahr 2026

„Anthropozän – Pyrozän“ von Andi Goral

Eine malerische Arbeit zum menschlichen Tun, Egoismus und Vergessen

Das schmale Hochformat mit dem Titel „Anthropozän – Pyrozän“ zeigt eine unwirkliche Landschaft. In den Himmel treiben Ruß, Asche und Rauchfahnen, so als brenne die darunterliegende Landschaft. Die im Bild dargestellte Landschaft brennt gar nicht mehr. Das Bild zeigt im unteren Drittel eine Landschaft nach einem Waldbrand. Die verkohlten Bäume sind angespitzte Bleistifte.

Thematischer Hintergrund
Der Mensch beeinflusst die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde, stellte Paul Crutzen fest. Der Niederländer und Nobelpreisträger prägte den Begriff des „Anthropozän“.

2000 schlugen Crutzen und Eugene F. Stoermer im „IGBP Newsletter 41“ die Verwendung dieses Begriffs für die aktuelle durch den Menschen geprägte geologische Epoche vor. Zu ihrem Ausgangspunkt schrieben sie: „Ein spezifischeres Datum für den Beginn des Anthropozäns festzulegen, erscheint uns irgendwie willkürlich, wir schlagen jedoch die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts vor, wenn wir uns auch im Klaren darüber sind, dass durchaus Alternativvorschläge gemacht werden könnten (manche mögen gar das gesamte Holozän einbeziehen). Wir wählen trotzdem dieses Datum, weil die globalen Effekte menschlicher Aktivitäten während der letzten beiden Jahrhunderte deutlich wahrnehmbar geworden sind. Während dieser Periode zeigen die Daten, die aus glazialen Eisbohrkernen gewonnen wurden, den Beginn einer Zunahme der atmosphärischen Konzentrationen mehrerer ‚Treibhausgase‘, insbesondere CO2 und CH4. Ein derartiges Anfangsdatum fällt auch zusammen mit der Einführung der Watt’schen Dampfmaschine im Jahre 1784.“

Am 12. Februar 2026 erklärte US-Präsident Donald Trump die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009, laut der Treibhausgase eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, für die USA als ungültig.

Der World Wildlife Fund (WWF) führt einen „Feuerkompass“ als unvollständige Chronik brennender Landschaften und fragt ob das „Anthropozän“ nicht besser „Pyrozän“ heißen müsse. Der WWF bilanziert: „Allein im Jahr 2023 verbrannten weltweit etwa 26 Millionen Hektar Wald– eine Fläche, die etwa der Größe Neuseelands entspricht. Rund 8,8 Milliarden Tonnen CO₂ wurden dadurch freigesetzt, was mehr als das Fünfzehnfachen der jährlichen Emissionen Deutschlands ist.“ Zum Feuerkompass des WWF: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Wald/WWF-Feuerkompass-Ausser-Kontrolle.pdf

Quellen:
https://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/waldbraende/waldbraende-weltweit
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_J._Crutzen

Das Bild – technische Daten
Format: 25 x 168 cm (b x h); Tiefe: 20 cm
Technik: Eitempera und Öl auf Holzfaserplatte. Bemalte und angespitzte Bleistifte, die aus dem Bild ragen.
Entstehungsjahr: Februar 2026

Ausstellung „Feuer!?“
Das Werk ist derzeit noch bis zum 2. Mai 2026 im KunstForumEifel in Schleiden in der Ausstellung „Feuer!?“ zu sehen.

Die Öffnungszeiten sind Freitag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr
https://kunstforumeifel-gemuend.de/

Eifelmalerei: Eine winterliche Landschaft vor Ort gemalt von Andi Goral
Eifelmalerei: Eine winterliche Landschaft vor Ort gemalt von Andi Goral

Landschaftsmalerei in der Eifel mit und ohne KI

Nein, es ist keine gute Idee und extrem langweilig. Landschaftsmalerei oder Eifelmalerei im Jahr 2026 geht nicht damit, dass ein billiger Prompt für die sogenannte Künstliche Intelligenz (KI) geschrieben oder eingesprochen wird. Wenn Sie es dennoch tun wollen, es ist kinderleicht. „Male mir ein Bild einer Landschaft, die typisch für die Eifel ist“ und schon sampelt die KI Fotos, stellt eine illusionistische und inszenierte Landschaft zusammen und legt einen Filter Ölmalerei darüber. In der Regel wird ein See dabei sein, da Seen in der Eifel Maare heißen und für die Landschaft berühmt sind. Vorab: Die KI verfolgt eine künstlerische Strategie, wie sie die romantisierenden Eifelmaler des 19. Jahrhunderts auch schon einsetzten. Die einen mit Pinsel und Öl, die KI mit Pixeln. Dabei wirken die Romantik-Eifelmaler als Influencer für die KI des 21. Jahrhunderts. Das ist wirklich verrückt. Read more

Blick auf die Ölbilder, die bei der Ateliereröffnung von goralkunst am 21. September 2025 gezeigt wurden
Blick auf die Ölbilder, die bei der Ateliereröffnung von goralkunst am 21. September 2025 gezeigt wurden

„ausgepackt“ – Goral zeichnet und malt präzise

Von Suzanne Wood

Weit mehr als 100 Kunstinteressierte machten sich auf den Weg nach Neuheilenbach und folgten der Einladung „ausgepackt – Ein Sonntag mit Kunst von Andi Goral“. Menschen von vor Ort, aus der Region und aus ganz Europa reisten in die Eifel: München, Wien, London oder Manchester. Sie erlebten eine Reise durch mehr als 30 Jahre Zeichnung, Malerei und Kalligrafie. Read more